Viele von uns lassen ihren Computer für lange Zeit im Standby-Modus. Wir benutzen ihn lediglich tagsüber oder abends für einige Stunden und lassen ihn dann bis zum nächsten Mal auf Standby. Zwar kann man auf diese Weise Strom und Geld sparen, aber heutzutage verbrauchen Computer ohnehin nicht viel Strom. Wussten Sie, dass es Möglichkeiten gibt, wie Ihr Computer auch im inaktiven Zustand sinnvoll genutzt werden kann?
 
Es gibt eine ganze Reihe von Projekten, die versuchen, komplizierte Probleme zu lösen und der Menschheit zu nutzen. Da hierfür immense Rechnerressourcen benötigt werden, nutzen viele solcher Projekte die Rechenleistung von Millionen von Computern auf der ganzen Welt. Diese werden so zu einem Supercomputer, der diese Probleme lösen kann. Wenn Sie der wissenschaftlichen Forschung helfen wollen, während Sie Ihren Computer nicht benutzen, können Sie sich an einem der folgenden Projekte beteiligen:
 

Das BOINC-Projekt

 
BOINC ist eine Software-Plattform für freiwilliges Computing. Es ist ein Projekt der US-amerikanischen Universität Berkeley. Die Computerressourcen der freiwilligen Unterstützer werden eingesetzt, um Krankheiten zu erforschen, die globale Erderwärmung zu studieren, die Physik voranzubringen, Objekte im Weltraum zu finden und so weiter.
 
Aktuell beteiligen sich circa 172.000 Freiwillige mit über 850.000 Computern. Dadurch hat BOINC etwa 27 Petaflops Rechenleistung. Alles was Sie tun müssen, ist die Software herunterzuladen und die Projekte auszuwählen, die Sie unterstützen möchten.
 

World Community Grid

 
Das World Community Grid von IBM umfasst eine Reihe von gemeinnützigen Projekten, die sich mit einigen der dringendsten Probleme der Menschheit befassen. Seit 2004 wurden weltweit 24 unabhängige Projekte unterstützt, die vom Kampf gegen Kinderkrebs bis hin zu sauberem Wasser reichen.
 
Dank der Rechenleistung von Freiwilligen konnten einige bemerkenswerte Ergebnisse erzielt werden, wie die Entdeckung von insgesamt sieben Verbindungen, die die Krebszellen eines Neuroblastoms ohne Nebenwirkungen zerstören. Das Neuroblastom ist eine seltene Krebsart, die vor allem Babys und Kleinkinder betrifft.
 
Sie können Ihre überschüssige Rechenleistung auch einsetzen, um Harvard-Forschern dabei zu helfen, die effizienteste Solarzelle der Welt zu entwickeln. Ein weiteres Projekt unterstützt Wissenschaftler bei der Entwicklung neuer Medikamente gegen Ebola oder bei individuelleren Krebsbehandlungen durch die Kartierung von Krebsmarkern.
 

Folding@home

 
Folding@home ist ein Freiwilligenprojekt, das ebenfalls von einer US-Universität ausgeht – dieses Mal Stanford. Sein Hauptzweck ist die Erforschung von Krankheiten durch die Untersuchung der Proteinfaltung. 
 
„Folding“ bezieht sich auf die Art und Weise, wie sich ein Protein in den Zellen des menschlichen Körpers faltet. Proteine setzen sich durch Faltung zusammen. Wir sind auf sie angewiesen, da sie uns gesund halten. Wenn sie sich falsch falten, kann das schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Bei dem Projekt geht es im Wesentlichen darum, die Entwicklung neuer Medikamente zur Bekämpfung von damit verbundenen Krankheiten zu unterstützen.
 

SETI

 
Dies ist das wohl bekannteste Freiwilligenprojekt und steht für „Search for Extra-terrestrial Intelligence“. SETI läuft seit fast 20 Jahren, das eigentliche Projekt bereits seit den frühen 1900er Jahren, als das Radio verstärkt aufkam.
 
SETI ist ein Sammelbegriff für die wissenschaftliche Suche nach intelligentem außerirdischem Leben und beinhaltet z.B. die Überwachung elektromagnetischer Strahlung auf Anzeichen von Übertragungen von Zivilisationen auf anderen Planeten. Das an der US-Universität Berkeley ansässige Projekt setzt auf internetfähige Computer und ein kostenloses Programm, das von Freiwilligen heruntergeladen wird, um Radioteleskopdaten zu analysieren.
 

Asteroids@home

 
Wenn der Weltraum Ihr Ding ist, dann ist dieses Projekt aus dem Bereich der Astronomie vielleicht genau das Richtige für Sie. Asteroids@home geht aus dem BOINC-Projekt hervor und zielt darauf ab, die Eigenschaften von Asteroiden wie etwa ihre Form, räumliche Orientierung und Rotationsperiode anhand von photometrischen Daten zu identifizieren.
 
Teil des Projektes ist die Bestimmung von Umlaufbahnen und von Veränderungen im Orbit. Hier können Sie mehr darüber lesen.
 
Die aufgeführten freiwilligen Computing Projekte sind nur einige wenige Beispiele. Es gibt zahlreiche weitere Projekte, die sich mit Krankheiten wie Krebs, Malaria, Alzheimer und anderen genetischen und viralen Erkrankungen beschäftigen. Viele von ihnen sind aus dem oben erwähnten BOINC-Projekt hervorgegangen.