Online-Marktplätze können großartige Orte sein, um Schnäppchen zu machen oder schwer zu findende Artikel zu beschaffen. Zudem bieten sie sich an, um Dinge, die man selbst nicht mehr braucht, loszuwerden und sich damit etwas Geld zu verdienen. Doch leider ziehen solche Marktplätze auch eine Reihe von Cyberkriminellen an. Die Art und Weise des Betrugs kann hier ganz unterschiedlich ausfallen. Aber letztlich geht es immer darum, an das Geld von Käufern oder Verkäufern zu kommen.

Dass Käufer auf Online-Marktplätzen hinters Licht geführt werden, hat sich in der breiten Öffentlichkeit bereits herumgesprochen. Ein klassisches Beispiel dafür ist, dass Menschen Ware kaufen, die dann jedoch nie bei ihnen ankommt. Weniger bekannt ist jedoch, dass auch Verkäufer betrogen werden können.

Wir haben zwei Beispiele von Betrugsversuchen für Sie gefunden, die kürzlich entdeckt wurden:
  • Ein Verkäufer wird von jemandem kontaktiert, der behauptet, er wolle den Artikel kaufen, den der Verkäufer angeboten hatte. Daran ist erstmal nichts Ungewöhnliches. Die Person behauptet jedoch dann, dass sie sich in einem anderen Land, in der Regel in den USA, befinde. Der Artikel könne jedoch an ein Familienmitglied in England geschickt werden.
  • Der Käufer bittet den Verkäufer dann, den Verkauf über eine private Messaging-Plattform, zum Beispiel WhatsApp, weiter zu besprechen.
  • Nach einem kurzen Austausch dort behauptet der Käufer, das Geld sei bereits überwiesen worden, aber es könne dem Konto des Verkäufers erst gutgeschrieben werden, sobald er die Nummer der Sendungsverfolgung teilt.
  • Der Verkäufer erhält daraufhin eine E-Mail, die scheinbar von einer seriösen Bank mit Sitz in den USA stammt. In dieser wird er um die Sendungsverfolgungsnummer gebeten. Dabei handelt es sich jedoch um Betrug. Ein Dieb versucht, an die Sendungsverfolgungsnummer und damit an das Produkt zu gelangen.

Bei einer anderen Variante dieser Art von Betrug gibt der Käufer an, dass ein „Agent“ die Ware beim Verkäufer abholen wird:
  • Der Verkäufer erhält beispielsweise eine gefälschte E-Mail von PayPal, in der bestätigt wird, dass die Zahlung durch den Käufer erfolgt ist.
  • Kurze Zeit später teilt der Käufer dem Verkäufer mit, dass ein Agent die Ware nur nach Erhalt einer Abholgebühr von 100 Euro abholen wird und dass die Zahlung zudem in einer Kryptowährung erfolgen muss.
  • Spätestens das schreit nur so nach Betrug. Denn wie viele seriöse Agenten, Unternehmen oder Geschäfte akzeptieren Zahlungen in Kryptowährung? Vermutlich keine.

Seien Sie daher stets wachsam und vorsichtig, wenn Sie Verkäufe über Online-Marktplätze abwickeln. Wenn Ihnen etwas auffällig erscheint – jemand zum Beispiel versucht, Sie von der Plattform auf einen anderen Kommunikationskanal zu locken – lassen Sie besser die Finger davon.