Was hat schon jedes Kind auf der ganzen Welt irgendwann während der Schulzeit und sicherlich mehr als nur einmal gesagt? Richtig! „Ich hasse Schule!“ Doch anstatt nur mit den Füßen in den Boden zu stampfen oder vor Frustration zu weinen, haben sich einige der kleinen Racker:innen dazu entschlossen, Schul- und andere Webseiten komplett lahm zu legen.

Wie kommt es dazu?

Kinder initiieren in der Regel DDoS-Angriffe (Distributed Denial of Services), indem sie zunächst Online-Spiele spielen und dann Mods, Hacks und sogar Trojaner für den Fernzugriff installieren, um sich gegenüber ihren Mitspieler:innen Vorteile zu verschaffen. Viele Kinder finden es dabei nicht weiter bedenklich, das Spielerlebnis anderer Spieler:innen zu unterbrechen. Für sie stellt es lediglich eine weitere Möglichkeit dar, das Spiel zu gewinnen. Außerdem ist diese Methode fast schon Gang und Gäbe unter den Spieler:innen, weshalb niemand davon ausgeht, dass der lange Arm des Cybergesetzes sie erwischen wird.

Eine Initiative in UK soll entgegensteuern

In Großbritannien nahm die britische Polizei für Computerkriminalität dies zum Anlass, bereits Neunjährige ins Visier zu nehmen, um sie frühzeitig davon abzuhalten, eine Karriere als Cyberkriminelle zu starten. Die nationale Kriminalpolizei des Vereinigten Königreichs (NCA) hat in diesem Zuge eine Initiative ins Leben gerufen, die Jugendliche über die Folgen von DDoS-Angriffen aufklären soll.

Die National Cyber Crime Unit (NCCU), eine Abteilung der NCA, teilte mit, dass es sich bei vielen Meldungen um Schüler:innen der fünften bis zehnten Klasse handelte. Das Durchschnittsalter der Nachwuchs-Hacker:innen lag dabei bei 15 Jahren, das jüngste Kind war gerade einmal neun Jahre alt.

Die Initiative wird an über 2.000 Grund- und Sekundarschulen im Vereinigten Königreich eingeführt, bevor sie anschließend an weiteren Schulen und Colleges im ganzen Land zum Einsatz kommen soll. Einerseits erhalten Schüler:innen, die nach Begriffen suchen, die mit Cyberkriminalität in Verbindung gebracht werden, eine Nachricht, dass ihnen der Zugang verweigert wurde. Andererseits zielt die Kampagne auch darauf ab, junge Menschen dazu zu bewegen, ihre technischen Fähigkeiten für eine künftige Karriere in der Technologie-, Spiele- oder Cybersicherheitsbranche zu nutzen.

Interessante Nachwuchs-Hacker:innen im Porträt

Frustrierter Gamer: Kristoffer Von Hassel, der jüngste bekannte Hacker weltweit, war frustriert über die Kindersicherung der Xbox-Spielkonsole und schaffte es, die Sicherheitseinstellungen zu umgehen und sich vollständigen Zugang zu verschaffen. Es gelang ihm auch, sich in das gesperrte YouTube-Konto seiner Eltern einzuloggen. Er war erst fünf Jahre alt.

Zu schlau für die Schule? Betsy Davies war erst sieben Jahre alt, als sie für Aufsehen sorgte, indem sie eine Sicherheitslücke in öffentlichen WLAN-Netzwerken aufdeckte. Nachdem sie sich eine kurze Anleitung zur Internetverbindung angesehen hatte, gelang es ihr, eines der berühmtesten VPNs der Welt zu umgehen. Es handelte sich dabei jedoch um ein Experiment, das in einer kontrollierten Umgebung durchgeführt wurde.

FarmVille ist einfach zu langsam: Die Smartphone-Technologie war noch nicht sehr alt, als die Entwickler 2011 von einer großen Sicherheitslücke in den Betriebssystemen Android und iOS erfuhren. Die Sicherheitsexpertin, die sie auf diese Schwachstelle aufmerksam machte, war ebenfalls noch nicht sehr alt. CyFi, die nur unter ihrem Hacker-Pseudonym bekannt ist, war gerade einmal zehn Jahre alt, als sie eine Zero-Day-Schwachstelle entdeckte. Sie war frustriert, weil sie in FarmVille nicht schnell genug Obst und Gemüse anbauen konnte. Anstatt die vorgeschriebenen zehn Stunden pro Erntezyklus (wie alle anderen) abzuwarten, fand CyFi heraus, wie sie viel schneller ernten konnte, indem sie die interne Uhr ihres Telefons zurückstellte.

Protest: Im Jahr 2012 startete ein elfjähriger Junge aus Kanada eine Reihe von DDoS-Angriffen auf mehrere hochrangige Regierungsseiten, darunter das Nationale Institut für Gesundheit in Quebec und die Polizei von Montreal. Der junge „Hacktivist“ hatte sein Herz wohl am rechten Fleck. Er protestierte gegen einige der Studiengebührenerhöhungen, die schließlich zu den Studentenprotesten in diesem Jahr in Quebec führten.

Ein Unternehmer im Vorschulalter: Im Alter von nur zehn Jahren begann Reuben Paul eine Karriere als ethischer Hacker, der sich dafür einsetzt, die Welt für alle sicherer zu machen. Paul hat sogar seine eigene Firma, die sich vor allem auf die wachsende Bedrohung durch die zunehmende Vernetzung von Geräten wie Telefone, Kühlschränke oder Kinderspielzeug konzentriert.